Kette wie Lauffeuer – Fotografische Bilder nach Haikus –

Es gibt immer wieder Schriftsteller, die das Haiku für sich entdeckt haben:
Als kürzeste Gedichtform der Welt entwickelte es sich aus der Kettendichtung.
Vor über 500 Jahren trafen sich Dichter zum Schreiben eines vielgliedrigen Kettengedichts, das bestimmten Themen und Regeln folgte. Der Leiter der Gesellschaft verfasste meist den ersten Vers, der sich dann im Gefolge der darauf folgenden Kettengedichte zu eigenen literarischen Formen verselbstständigte.
Der Reiz eines japanischen Haikus liegt in seiner Mehrdeutigkeit. Diese lässt sich jedoch nur in der japanischen Sprache wiedergeben und eine adäquate Nachdichtung ist kaum möglich.
Für uns bedeutet dies die Resignation vor einer Sprache, die sehr viel reicher an Bildern, Lauten und Assoziationen als die unsere ist.
Was machen wir mit diesen verkürzten Nachdichtungen, wenn wir sie fotografisch umsetzen?
Es ist der Versuch, in umgekehrter Weise mit fotografischen Bildern die Welt nicht abzubilden, sondern zu für sie zu schwärmen. Dadurch holen wir in den Fotografien zurück, was in der Übersetzung verloren und zurückgelassen wurde und was ein gelungenes Haiku ausmacht:
Das Geheimnis der Bildersprache und ihre Offenheit für Assoziationen.
So wenig eine Kette mit einem Lauffeuer zu tun hat, um so inniger werden sie miteinander verschweißt, wenn man die unspektakulärste Gemeinsamkeit der beiden betrachtet: die Abfolge in Raum und Zeit.
Die Zauberformel lautet: Gedanke springt auf den Moment der Stimmung.

Die japanische Dichtung hat als Samen das menschliche Herz, und ihr entsprießen unzählige Blätter von Wörtern. Viele Dinge ergreifen die Menschen in diesem Leben: sie versuchen dann, ihre Gefühle durch Bilder auszudrücken, die sie dem entnehmen, was sie sehen und hören. (Donald Keene)

Katharina Mayer


 

ALMA MATER

Jahresklassen für künstlerische Fotografie

Offizielle Webseite hier!

 

Die Jahresklassen für künstlerische Fotografie sind kein Gebäude. Sie sind eine bewegliche Institution.
Unsere Ateliers gehören dazu, unsere Fotolabore, die Orte, an denen wir fotografieren, die Ausstellungen, die wir gemeinsam besuchen, die Bücher und Texte, die wir als Grundlage benutzen und die Arbeiten anderer Künstler, die wir zum Werkgespräch einladen.
Die Idee für die Jahresklassen entstand vor elf Jahren. Es bestand großes Interesse an einem Kurs, in dem das Thema  in Korrelation  zur Beschäftigung mit Texten, aktuellen Zeitungsartikeln, Ausstellungen und Erlebnissen jeglicher Art behandelt wird. Unser Anliegen ist es, komplexe und langfristige Jahresklassen anzubieten, in denen fotografisches Sehen und subjektive Bildsprache gefördert werden.  Wir konzentrieren uns daher auf Themen, die einen biographischen  Kern haben.


Welche Vorraussetzungen sollte ein Interessent mitbringen?

Voraussetzung für jeden Teilnehmer ist eine Spiegelreflexkamera (digital oder analog) zu besitzen und über einen Zeitraum von etwa einem Jahr in einer Gruppe über künstlerische Fotografie zu reflektieren mit dem Ziel eine eigene Bildsprache zu entwickeln.


In den Jahresklassen enthalten ist:

-  12 ganztägige Treffen, die abwechselnd in den Ateliers der Dozentinnen stattfinden
-  begrenzte Teilnehmerzahl von maximal 10
-  Organisation einer gemeinsame Ausstellung
-  Austausch von Büchern, Texten, Filmen und Erlebnissen
-  Einladung anderer Künstlerpersönlichkeiten zum Werkgespräch
-  Behandlung eines gemeinsamen Themas und Themen der Einzelnen
-  Exkursionen
-  ein festgelegter Tag pro Woche für s/w und Farblabormitbenutzung
-  professionelles Equipment
-  digitale Fotografie
-  digitale Bildbearbeitung und -weiterverarbeitung
-  Layout

 

Kontakt

Schule für künstlerische Fotografie Düsseldorf
Augustastr. 23 im Hof
40477 Düsseldorf
Tel. 0211/ 5443538
mayer@kuenstlerischefotografie.com


Hochschule für Angewandte Kunst in Wien


Wintersemester 2009/10, Gastprofessur für Fotografie,
Thema: Fetisch


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onomato Düsseldorf

November 2009-März 2010
Betreuung Werkstipendien Young Video Art und Tonspur,

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